Lasius neglectus
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Description
Lasius neglectus, auch bekannt als Anatolische Ameise, stammt aus Anatolien, einer Region in Kleinasien, die unter anderem die Türkei, Usbekistan und angrenzende Gebiete umfasst. Lasius neglectus erlangte Bekanntheit als die einzige invasive Ameisenart, der es gelungen ist, sich dauerhaft in Polen zu etablieren. In ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet führen diese Ameisen reguläre Hochzeitsflüge durch und bilden große, polygyne Kolonien, die miteinander konkurrieren. In neuen Lebensräumen hat sich dieses Verhalten jedoch grundlegend verändert: Die Ameisen begannen mit Inzucht (Inbreeding) und gaben die innerartliche Konkurrenz auf, wodurch gigantische Superkolonien mit tausenden von Königinnen und riesigen Mengen an Arbeiterinnen entstanden sind, die weite Areale besiedeln.
Diese Art genießt erhebliche biologische Vorteile gegenüber einheimischen Ameisenarten. Eine wissenschaftliche Vergleichsstudie zur Effizienz der Blattlauszucht zwischen Lasius neglectus und der heimischen Lasius grandis zeigte, dass Lasius neglectus eine deutlich größere Anzahl von Blattläusen betreuen und mehr als doppelt so viel Honigtau (über 2 kg von einem einzigen Baum!) eintragen konnte. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist ihre hervorragende Rekrutierungsorganisation, dank der sie Futterquellen wesentlich schneller erschließen als die heimische Schwarze Wegameise (Lasius niger).
Obwohl sie eine invasive Art ist, zeigt Lasius neglectus gegenüber vielen anderen Ameisen eine bemerkenswerte Toleranz. Erhöhte Aggressivität tritt im Wesentlichen nur bei Begegnungen mit Lasius grandis, Lasius emarginatus und Lasius cinereus auf, was auf überlappende ökologische Nischen und Größenunterschiede der Arbeiterinnen zurückzuführen ist. Es konnte jedoch nachgewiesen werden, dass wehrhafte einheimische Arten wie die Glänzendschwarze Holzameise (Lasius fuliginosus) sowie Liometopum microcephalum ihre Reviere erfolgreich verteidigen und gegen Lasius neglectus bestehen können.
Wie die meisten invasiven Arten bevorzugen sie anthropogen geprägte und urbane Lebensräume. Sie nisten bevorzugt in Gebäuden, unter Gehwegplatten und in Gärten, in denen blattlausreiche Pflanzen als primäre Nahrungsquelle reichlich vorhanden sind. In der Haltung erweisen sie sich als äußerst robust und anspruchslos: Sie akzeptieren nahezu jeden Formikariumtyp, jede gängige Futterart und tolerieren ein breites Temperaturspektrum.
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