Camponotus japonicus
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Description
Camponotus japonicus
Camponotus japonicus ist eine der bekanntesten und geschätztesten Arten der asiatischen Myrmekofauna. Sie gehört zu der Gruppe, die die größten Ameisenarten in der Haltung umfasst, und bietet dank ihrer beeindruckenden Größe, tiefschwarz glänzenden Färbung und faszinierenden Sozialstruktur spektakuläre Beobachtungsmöglichkeiten.
Sie sind ideale Ameisen für Anfänger, die bereit sind, etwas Geduld aufzubringen. Im Gegenzug bieten sie einen außergewöhnlichen Einblick in die Entwicklung einer Ameisenkolonie – von wenigen kleinen Arbeiterinnen bis hin zu mächtigen, großköpfigen Major-Kasten (Soldaten). Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Verständnis ihrer zwei grundlegenden Anforderungen: höhere Temperaturen (ausgesprochen wärmeliebende Art) und spezifische Nestpräferenzen. Als Insekten, die vielfältige Lebensräume Asiens besiedeln, sind die in unserem Ameisenshop angebotenen Ameisen Populationen, die keine kalte Winterruhe im Kühlschrank benötigen, sondern lediglich eine leichtere Diapause bei Raumtemperatur.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Trivialname | Keine (allgemein bekannt als Japanische Rossameise / Japanese Carpenter Ant) |
| Herkunft | Ost- und Zentralasien (Japan, China, Korea, Mongolei, Russland) |
| Haltungsstufe | Einfach / Gering (erfordert Geduld bei der langsamen Entwicklung im ersten Jahr) |
| Größe | Königin: 14-18 mm, Arbeiterinnen: 6-15 mm |
| Polymorphismus | Ja, ausgeprägt und deutlich (Minor-, Media-, Major-Kasten) |
| Nesttemperatur | 24°C - 28°C (Heizung wird dringend empfohlen) |
| Nestfeuchtigkeit | 50% - 70% |
| Arenafeuchtigkeit | 30% - 50% (Die Ameisenarena sollte trocken sein) |
| Ernährung | Kohlenhydrate/Zucker (z. B. Zuckerwasser oder Honigwasser) und Proteine (Futterinsekten) |
| Winterruhe / Diapause | Benötigt keine kalte Überwinterung. Empfohlen wird eine Diapause bei Raumtemperatur (15°C - 20°C) für 2-3 Monate, z. B. durch Ausschalten der Heizung. |
| Empfohlenes Nest | Holz, Kork, Ytong (Acryl wird aufgrund zu glatter Oberflächen und Feuchtigkeitsschwankungen nicht empfohlen) |
Morphologie und Faszinierender Polymorphismus
Diese Art ist an ihrer einheitlichen, tiefschwarz glänzenden Färbung leicht zu erkennen. Aus Sicht des Halters ist der ausgeprägte Polymorphismus eine der begehrtesten Eigenschaften. Das bedeutet, dass Arbeiterinnen in verschiedenen Größen auftreten – von kleinen Minor-Arbeiterinnen (6-8 mm), die Aufgaben im Nestinneren erfüllen und die Brut pflegen, über Media-Arbeiterinnen bis hin zu imposanten Major-Arbeiterinnen (Soldaten von bis zu 15 mm Länge). Sie zeichnen sich durch einen großen, breiten Kopf sowie kräftige Mandibeln aus und übernehmen logistische sowie defensive Aufgaben. Halter sollten ihre Erwartungen anpassen, da das Ameisenvolk größere Kasten erst produziert, wenn es herangewachsen ist (in der Regel ab dem zweiten Haltungsjahr).
Lebensraum und Haltungsanforderungen
Da es sich um eine ausgesprochen wärmeliebende Art handelt, verlangsamt die normale Zimmertemperatur (20-22°C) das Wachstum. Sie benötigen eine zusätzliche Beheizung auf 24-28°C, um sich dynamisch zu entwickeln (obwohl sie sich bei 20°C ebenfalls recht ordentlich entwickeln).
Bei der Wahl eines professionellen Formicariums sollten reine Acrylnester unbedingt vermieden werden. Camponotus japonicus hat, wie andere Ameisen der Unterfamilie Formicinae, Schwierigkeiten, sich auf vollkommen glattem Kunststoff oder Glas fortzubewegen, und die Larven benötigen Ankerpunkte, um ihre Kokons zu spinnen. Die sicherste und beste Wahl sind poröse Nester: Kork, Hartholz oder Porenbeton (Ytong). Wichtig ist ein Feuchtigkeitsgradient – ein leicht befeuchtetes Nest und eine trockene Ameisenarena zur Vermeidung von Milbenbefall. In Nestern mit festem Substrat können die Ameisen zudem ihre faszinierende Alarmkommunikation über Vibrationen demonstrieren („Klopfen“ mit Kopf und Gaster an den Nestwänden).
Ernährung für Ameisenkolonien
Camponotus japonicus ist eine allesfressende Art. Eine optimale Ernährung für Ameisenkolonien muss den Bedarf an Kohlenhydraten (Energie) und Proteinen (Brutentwicklung) decken. Die Hauptquelle für Kohlenhydrate sollten ständig verfügbare Zuckerlösungen (z. B. Zucker- oder Honigwasser) sein. Zusätzlich benötigt das Ameisenvolk Proteine. Lebendfutter für Ameisen eignet sich hervorragend – für große Völker können lebende Fruchtfliegen, Schabennymphen oder kleine Grillen gereicht werden, während für kleine Kolonien tote Insekten (z. B. zerschnitten oder zerdrückt) am besten sind. Die Körpersäfte der Insekten dienen den Larven und der Königin. Kleine Gründungskolonien nehmen mitunter nur geringe Mengen an Protein auf, was vollkommen natürlich ist.
Diapause und Entwicklung der Ameisenkolonie
Die Entwicklungsdynamik in den ersten Jahren erfordert Geduld. Im ersten Jahr kann man mit einem Anfangsbestand von etwa 10-50 kleinen Arbeiterinnen rechnen, im zweiten Jahr unter optimalen Bedingungen mit ca. 100 bis mehreren hundert Individuen, während eine voll entwickelte Haltung sogar Tausende Tiere umfassen und sehr aktiv werden kann, indem sie sich mutig in der Ameisenarena zeigt.
Diese Art hält keine echte kalte Winterruhe. Sie darf keinesfalls in den Kühlschrank gestellt werden! Zur Erhaltung der Gesundheit und zum „Neustart“ des Eiablagezyklus der Königin benötigen die Ameisen nach einem Jahr aktiven Lebens jedoch eine sogenannte kühle Diapause. Man sollte ihnen eine 2- bis 3-monatige Ruhephase ermöglichen, indem man die Heizung ausschaltet und sie bei 15-20°C hält (idealerweise während der natürlichen Wintermonate von November bis Februar).
Wissenswertes und Parasiten
Erwähnenswert ist, dass diese Art in ihrem natürlichen Lebensraum häufig von Parasiten heimgesucht wird. Sie fällt Ameisen der Art Polyrhachis lamellidens sowie Schmetterlingen der Gattungen Nyphanda und Lycaeides zum Opfer. Die Raupen dieser Schmetterlinge werden von den Ameisen gefüttert, und im Fall von L. argyrognomon verpuppen sie sich sogar im Ameisennest. Eine interessante Besonderheit in der Haltung ist, dass ihre Puppen erfolgreich zum Pushen (Boost) von Camponotus ligniperda und C. herculeanus verwendet werden können und umgekehrt. Gemischte Kolonien aus zwei Arten hinterlassen in dieser Konstellation einen großartigen Eindruck.
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