Schleimpilz Physarum polycephalum Day Walker
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Description
"Le Blob" Physarum polycephalum — Stamm 'Day Walker'
Wir präsentieren Physarum polycephalum, weltweit bekannt als "Le Blob" — Gegenstand dutzender wissenschaftlicher Studien und sogar Experimenten auf der Internationalen Raumstation (ISS). Es ist ein faszinierender, einzelliger Schleimpilz, der sich allen klassischen Klassifizierungen entzieht. Er ist weder Tier, Pflanze noch Pilz (obwohl fälschlicherweise manchmal als Schleimpilz im Sinne eines echten Pilzes bezeichnet), sondern gehört zur Supergruppe Amoebozoa. Es ist eine riesige, vielkernige Zelle (Coenocyt), die erstaunliche, "intelligente" Verhaltensweisen zeigt — ganz ohne Nervensystem.
Der angebotene Stamm 'Day Walker' (auch bekannt als "x32") ist eine einzigartige Variante, die von Forschern des französischen Centre national de la recherche scientifique (CNRS) für großflächige Bildungsprojekte ausgewählt und verwendet wurde. Sein entscheidendes und absolut außergewöhnliches Merkmal ist die hohe Toleranz gegenüber Tageslicht.
Hauptvorteil: Warum der Stamm 'Day Walker'?
Standardmäßige Wildstämme von Physarum sind stark photophob – sie haben panische Angst vor Licht. Lichtexposition (insbesondere in Kombination mit Nahrungsmangel) löst bei ihnen eine irreversible Sporulation (die Fortpflanzungsphase) aus, die das aktive Leben des Organismus beendet. Dies erzwingt die Haltung in völliger Dunkelheit, beispielsweise in einem geschlossenen Schrank.
'Day Walker' löst dieses Problem. Dieser außergewöhnliche Schleimpilz reagiert auf diffuses Tageslicht nicht als Stresssignal. Dadurch:
- Können Sie ihn dauerhaft beobachten: Er eignet sich ideal für den Schreibtisch, das Klassenzimmer oder ein Schauterrarium.
- Ist er ideal für Anfänger: Die größte Gefahr bei der Zucht des "Blob" ist Schimmel oder eine bakterielle Kontamination, die in der Dunkelheit leicht übersehen werden kann. Die Möglichkeit, den Stamm 'Day Walker' ständig zu beobachten, erlaubt es, Probleme sofort zu erkennen und zu reagieren, was die Zucht deutlich einfacher und fehlerverzeihender macht.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Physarum polycephalum 'Day Walker' (Stamm x32) |
| Herkunft des Stammes | Abgeleitet von CNRS-Forschungsstämmen (Frankreich) |
| Hauptmerkmal | Tageslichttoleranz (sporuliert nicht leicht) |
| Ernährung | Trockene Haferflocken (Großblatt). Unser Springschwanzfutter als Boost. |
| Temperatur | Zimmertemperatur (ideal 20-25°C) |
| Feuchtigkeit | Sehr hoch (Haltung auf feuchtem Substrat) |
Was kaufen Sie genau?
Wir versenden den Schleimpilz ausschließlich in seiner ruhenden, getrockneten Dauerform – als Sklerotium (Sclerotium). Dies ist ein 100% natürlicher Ruhezustand, der einen absolut sicheren Transport garantiert (völlige Beständigkeit gegen Frost, Hitze oder Lieferverzögerungen) und es Ihnen ermöglicht, die Kultur zu jedem beliebigen, für Sie passenden Zeitpunkt aufzuwecken.
Wichtig – Flächenangaben:
Die beim Kauf ausgewählte Fläche (z. B. 1 cm², 5 cm², 20 cm²) ist die Fläche des Schleimpilzes gemessen VOR dem Trocknen. Beim Übergang in den Zustand des Sklerotiums gibt der Schleimpilz Wasser ab und schrumpft um das Zehn- bis teilweise Dutzendfache, wobei er die Form eines trockenen, orangegelben Schüppchens annimmt. Nach dem Auflegen auf feuchtem Agar und Zugabe von Wasser saugt der Schleimpilz innerhalb weniger bis mehrerer Stunden Feuchtigkeit auf, erwacht zum Leben und erreicht wieder die von Ihnen gekaufte Fläche.
Im Set erhalten Sie:
- Sklerotium von Physarum polycephalum 'Day Walker' in der gewählten Fläche (gemessen vor dem Trocknen),
- Eine Petrischale mit fertig gegossenem Agar – Sie müssen nichts kochen oder anrühren, der Nährboden ist sofort bereit zum Aufwecken des Schleimpilzes,
- Eine Startportion Haferflocken, die für eine lange Fütterungszeit und das Anlegen weiterer Kulturen ausreicht.
Außergewöhnliche Biologie und "Intelligenz" des Schleimpilzes
Die Haltung von Physarum polycephalum ist wie der Besitz eines lebenden Forschungsobjekts. Wissenschaftliche Studien, maßgeblich durchgeführt vom französischen CNRS, haben bewiesen, dass dieser bemerkenswerte Schleimpilz in der Lage ist:
- Probleme zu lösen: Er findet den kürzesten Weg in einem Labyrinth. In einem berühmten Experiment bildete er das optimierte Schienennetz von Tokio nach, wobei Haferflocken als "Städte" dienten. Er funktioniert nach dem Prinzip der "verkörperten Intelligenz" – er verstärkt Adern, durch die das Zytoplasma effizient strömt, und bildet ungenutzte zurück.
- Zu lernen (Habituation): Er kann sich an harmlose, wenn auch unangenehme Reize (z. B. Salz oder Koffein) "gewöhnen" und lernt, diese zu ignorieren, um schneller an Nahrung zu gelangen.
- "Wissen" zu übertragen: Am erstaunlichsten ist, dass ein "erfahrener" Schleimpilz mit einem "naiven" Individuum verschmelzen (fusionieren) und sein erworbenes Wissen weitergeben kann. Es genügen 3 Stunden der Fusion, damit der neu verbundene Organismus sofort "weiß", dass Salz harmlos ist.
Gedächtnismechanismus (Wie funktioniert das?)
Studien des CNRS zeigten, dass das "Gedächtnis" des Blobs nicht abstrakt, sondern physischer Natur ist. Der Organismus "lernt" Salz kennen, indem er es absorbiert und in seinem Zytoplasma speichert. Wenn er mit einem naiven Individuum verschmilzt, fließt dieses "Wissen" (also die Salzlösung) buchstäblich durch die neu gebildeten Adern und "programmiert" das zweite Individuum augenblicklich.
Zucht und Aufwecken Schritt für Schritt
Sie erhalten ein komplettes Starter-Set, mit dem der Beginn der Zucht kinderleicht ist:
- Aufwecken (Start): Öffnen Sie die Petrischale mit dem fertigen Agar. Legen Sie das erhaltene Sklerotium auf die Oberfläche des Agars und geben Sie 1–2 Tropfen sauberes Wasser direkt darauf (oder direkt daneben).
- Aufwachen: Schließen Sie die Schale. Innerhalb weniger bis mehrerer Stunden nimmt der Schleimpilz das Wasser auf, erwacht zum Leben und verwandelt sich in ein aktives, kriechendes gelbes Plasmodium mit der gekauften Fläche.
- Fütterung: Sobald der Schleimpilz erwacht und gelbe "Äderchen" austreibt, legen Sie 1–2 trockene Haferflocken (normale Großblatt-Flocken, keine Instantflocken) direkt neben seinen aktiven Rand (legen Sie die Flocken nicht direkt auf ihn). Unser Springschwanzfutter kann als zusätzlicher, schneller Energie-Boost dienen.
- Pflege und Hygiene: Füttern Sie den Schleimpilz regelmäßig alle 1–2 Tage. Um Schimmel zu vermeiden, können Sie alle 7–10 Tage eine besiedelte Haferflocke oder ein kleines ausgeschnittenes Stück Agar mit Schleimpilz auf ein frisches, sauberes Substrat umsetzen.
Alternative Zuchtmethoden
1. Agar-Nährboden
Dies ist die ästhetischste und am meisten empfohlene Methode. Mischen Sie 2g Agar (veganes Geliermittel) in 200ml Wasser. (Ein von uns getestetes Mischungsverhältnis, das perfekt funktioniert). Es genügt, das Pulver mit kochendem Wasser zu übergießen und einige Sekunden umzurühren, bis es sich aufgelöst hat. Die heiße Flüssigkeit in saubere Gefäße (z. B. Petrischalen) gießen und erstarren lassen (ca. 20-30 Minuten).
2. Zucht auf Papier
Statt auf Agar kann "Der Blob" erfolgreich auf feuchtem Papier gehalten werden (z. B. parfümfreies Toilettenpapier, Papiertaschentücher oder Küchenpapier). Diese Zucht ist weniger ästhetisch, hat aber Vorteile: Sie ist schneller vorbereitet, erfordert keinen Kauf von Agar und erleichtert das spätere Trocknen des Plasmodiums erheblich, wenn Sie Ihr eigenes Sklerotium herstellen möchten.
3. Zucht in Erde (Geringer Aufwand)
Eine interessante Methode ist die dauerhafte Zucht in einem bioaktiven Behälter. Ein Behälter mit einem Fassungsvermögen von 1-2 Litern, ein paar Zentimeter Erde am Boden sowie die Zugabe von 1-2 Arten von Springschwänzen genügen. Ein solches System scheint die Notwendigkeit des ständigen Anlegens einer neuen, sterilen Kultur zu beseitigen und ermöglicht es, den Schleimpilz dauerhaft im selben Behälter zu halten.
Aufbewahrung des "Blob" (Erstellung des eigenen Sklerotiums)
Wenn Sie in den Urlaub fahren, können Sie Ihren "Blob" ganz einfach schlafen legen. Setzen Sie ein aktives Stück auf eine trockene Unterlage (z. B. Küchenpapier), stellen Sie Fütterung und Befeuchtung ein und platzieren Sie ihn an einem dunklen Ort. Innerhalb von 2-3 Tagen trocknet er langsam ein und bildet ein hartes Sklerotium. In dieser Form kann er viele Monate lang gelagert werden, bereit für eine erneute Reaktivierung (einfach einen Tropfen Wasser hinzufügen).
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