Pterinochilus murinus DCF Kigoma
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Beschreibung
Pterinochilus murinus DCF Kigoma - Tiefschwarze und vulkanisch graue Vogelspinne mit goldenem Sternmuster und weißen Gespinstfestungen
Pterinochilus murinus DCF Kigoma (Dark Colour Form) ist eine seltene Lokalform der Mombasa-Goldstern-Vogelspinne vom Ufer des Tanganjikasees, die ein tiefschwarzes Exoskelett und vulkanisches Grau mit einem dunkelgoldenen Sternmuster auf dem Carapax vereint. Im Gegensatz zur leuchtend orangenen OBT-Form aus den Usambara-Bergen zeigt die Population aus Kigoma den ursprünglichen, "mausgrauen" Phänotyp der Art und verwandelt das Terrarium in eine schneeweiße Gespinstfestung mit Wohnröhren und Signalfäden.
- Dunkler Phänotyp DCF Kigoma und weiße Festungen: Starker Kontrast aus tiefschwarzer Körperunterseite (jet black), graphitfarbener Behaarung und goldenem Sternmuster (starburst pattern) auf dem Carapax bei einer Vogelspinne, die dichte, weiße Wohnröhren (funnel retreats) spinnt.
- Hervorragender Appetit und schnelle Ausfärbung: Ein Beutegreifer mit blitzschnellen Reflexen, der gierig jagt und sein kontrastreiches Adultkleid bereits ab der 5-6. Fresshaut (L5-L6) ausbildet.
- Unempfindlich gegenüber trockenen Savannenbedingungen: Durch die Anpassung an die trockenen Miombo-Wälder West-Tansanias lassen sich Jungtiere und adulte Exemplare problemlos auf trockenem Substrat bei 40-65% Luftfeuchtigkeit halten.
- Reine Lokalform (Locality Pure) ohne CITES-Pflicht: Exemplare aus der reinen Kigoma-Population - zu 100% legal, ohne CITES-Meldepflicht und frei von behördlichen Registrierungsauflagen.
| Wissenschaftlicher Name und Form | Pterinochilus murinus DCF Kigoma (Dark Colour Form - Kigoma Starburst Baboon / Dark OBT) |
| Familie und Unterfamilie | Theraphosidae, Harpactirinae (Afrikanische Pavianspinnen - baboon spiders) |
| Herkunft und Biotop | West-Tansania (Kigoma, Ufer des Tanganjikasees, Ostafrikanischer Grabenbruch) - Miombo-Wälder, Dornbuschsteppen, Felsinseln (kopjes) |
| Lebensweise | Boden- und röhrenbewohnend (opportunistic burrower) mit halbbaumbewohnenden Tendenzen und starkem Gespinstbau |
| Größe und Lebenserwartung | Weibchen: 5-6 cm KL (13-15 cm Spannweite), lebt 8-15 Jahre (Geschlechtsreife 15-18 Mon. / L11-L12) - Männchen: 4-5 cm KL (8-12 cm Spannweite), lebt 2-4 Jahre (Reife 8-18 Mon. / L8-L9) |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit | 25-28°C tagsüber (Toleranz 22-30°C), 20-24°C nachts - Luftfeuchtigkeit 40-65% bei Kreuzbelüftung |
| Behälter und Bodengrund | L1-L4: Filmdose oder Aufzuchtdose 100-250 ml, Jungtiere: Braplast-Dose, Adulte: 30x30x30 cm (oder 35x25x20 cm) mit 10-15 cm Bodengrund |
| Gift und Rechtsstatus | Starkes Gift, keine Brennhaare (Pinzette 25-30 cm) - zu 100% legal (weder CITES-pflichtig noch auf der Liste gefährlicher Tiere) |
Auswahl der Variante und erste Schritte mit dem gekauften Stadium
Über das Dropdown-Menü wählst Du das passende Entwicklungsstadium für Deine Haltung: Nymphen im Stadium L1-L4 (in L1 ca. 1 cm Spannweite) besitzen einen dunklen Vorderkörper und einen helleren Hinterleib, während Jungtiere ab L5-L6 sowie adulte Tiere den vollen Kontrast der Lokalform DCF Kigoma zeigen:
- Schritt 1: Auspacken - Öffne die belüftete Filmdose oder Transportdose über einer breiten Arbeitsfläche (catch cup-Methode) und arbeite stets mit einer 25-30 cm langen Pinzette.
- Schritt 2: Ruhephase (24h) - Stelle den Behälter an einen ruhigen Ort bei 20-22°C ohne Heizmatte und gönne der Spinne 24 Stunden ungestörte Eingewöhnung.
- Schritt 3: Wasserversorgung - Befeuchte bei den Stadien L1-L3 eine Ecke des Substrats und gib einen Wassertropfen auf das Gespinst (1-2 Mal pro Woche), während ältere Tiere eine flache Wasserschale erhalten und 50-75% des Bodengrunds komplett trocken bleiben.
- Schritt 4: Erste Fütterung - Füttere nach 24-48 Stunden: Nymphen in L1-L3 erhalten frisch geschlüpfte Schokoschaben (2-3 mm), Jungtiere in L4-L8 Futtertiere von 4-8 mm und adulte Spinnen Beutetiere in der Größe von 50-100% des Hinterleibs.
Welches Terrarium und welchen Bodengrund für Pterinochilus murinus DCF Kigoma wählen?
Eine ausgewachsene Pterinochilus murinus DCF Kigoma benötigt ein Terrarium mit den Maßen 30x30x30 cm (oder 35x25x20 cm) samt Kreuzbelüftung, einer 10-15 cm hohen Substratschicht, Tagestemperaturen von 25-28°C sowie 40-65% Luftfeuchtigkeit. Nymphen in L1-L4 hält man in belüfteten Filmdosen, größere Jungtiere in Braplast-Dosen.
Studien von Shahin Uddin und Kevin Arbuckle (2025) belegen, dass eine grabfähige Schicht von mindestens 8-15 cm Bodengrund für eigene Wohnröhren panische Fluchtreaktionen, Drohgebärden (threat display) und Abwehrbisse statistisch am stärksten reduziert. Ideal ist Kokoshumus oder Torf mit einem Sand-Lehm-Anteil sowie ein schräg angelehntes Stück Korkrinde als Verankerungspunkt (anchor point) für den Gespinsttrichter, während bei Nymphen etwas Sphagnum-Moos in der feuchten Ecke die Feuchtigkeit speichert.
Womit füttert man Pterinochilus murinus und wie erkennt man eine bevorstehende Häutung?
Die Nahrungsgrundlage von Pterinochilus murinus bilden lebende Futterinsekten mit einer Größe von 50-100% der Hinterleibslänge (Opisthosoma) ohne Beine. Nymphen in L1-L3 füttert man alle 3-4 Tage mit kleinen Schokoschaben, Jungtiere alle 5-7 Tage und adulte Weibchen alle 7-14 Tage mit Argentinischen Waldschaben (Dubia), Steppengrillen oder Wanderheuschrecken.
Der Räuber registriert feinste Vibrationen über seine Signalfäden (trip-lines) am Trichtereingang. Vor einer Häutung färbt sich das Opisthosoma dunkel und die Spinne verschließt ihre Wohnröhre mit dichtem Gespinst - entferne nicht gefressene Futterinsekten nach 24 Stunden mit einer 25-30 cm langen Pinzette und warte nach der Häutung bei Nymphen 5-7 Tage bzw. bei adulten Tieren 10-14 Tage mit der nächsten Fütterung.
Worin unterscheidet sich die Variante Pterinochilus murinus DCF Kigoma von der klassischen OBT-Form?
Die Lokalform Pterinochilus murinus DCF Kigoma aus West-Tansania zeichnet sich durch ein tiefschwarzes Exoskelett, samtige aschgrau-graphitfarbene sowie olivbraune Behaarung und ein dunkelgoldenes Sternmuster auf dem Carapax aus. Sie bildet das dunkle Gegenstück zur grell orangenen OCF-Form aus den Usambara-Bergen, teilt jedoch exakt dieselbe Biologie und Endgröße.
Neben den Formen OCF und RCF (Usambara, früher UMV), der sandfarbenen TCF mit schwarzer Augenmaske (Mombasa, Mosambik), der schokoladenbraunen BCF (Tete, Südafrika) und der silbrigen SCF (Kalahari) umfasst der DCF-Komplex Populationen aus Botswana/Simbabwe (B/Z), Kenia, Mikumi sowie die seit den Jahren 2016-2019 etablierte Linie aus Kigoma. Ihren Carapax ziert ein champagnergoldener Stern (starburst), das Opisthosoma trägt ein Fischgrätenmuster (fishbone / herringbone chevron) und die Beingelenke mit blau-grün schimmernden Haftpolstern (scopulae) sind von gelb-cremefarbenen Ringen gesäumt. Zum Erhalt der reinen Lokalform (locality pure) wird sie in der Terraristik niemals mit anderen Fundorten verpaart und strikt einzeln gehalten, während weitere schnelle Vogelspinnen im Sortiment u. a. durch Phormingochilus hatihati vertreten sind.
Häufige Fehler in der Haltung und wie man sie vermeidet
- Zu flacher Bodengrund: Eine fehlende Wohnröhre erhöht den Stresspegel massiv - biete adulten Tieren 10-15 cm Bodengrund (bei Nymphen mindestens die halbe Behälterhöhe) sowie schräg angelehnte Korkrinde.
- Staunässe und fehlende Belüftung: In Kigoma dauert die Trockenzeit von Mai bis Oktober (Regenzeit November bis April) - halte 50-75% der Oberfläche trocken, befeuchte eine Ecke nur alle 2-3 Wochen und sorge für Kreuzbelüftung.
- Heizmatte unter dem Terrarienboden: Die Spinne gräbt nach unten, um Abkühlung zu suchen - bringe Heizelemente ausschließlich an einer Seiten- oder Rückwand an.
- Arbeiten ohne lange Pinzette: Nimm die Vogelspinne niemals auf die Hand, nutze konsequent eine 25-30 cm lange Pinzette und entferne Futterreste nach 24 Stunden.
Taxonomische Revisionen (Gallon, 2002, 2008), das Paradoxon des Namens murinus, Stridulation und Fortpflanzung
Die Art wurde von R. I. Pocock beschrieben (1897, Genomgröße 4.7 Gb). Die Revisionen von R. C. Gallon (2002, 2008 - 9 valide Arten: u. a. P. alluaudi, P. andrewsmithi, P. chordatus, P. lapalala, P. cryptus, P. raygabrieli, P. lugardi) synonymisierten mit P. murinus die Taxa P. mamillatus (Strand, 1906), P. hindei (Hirst, 1907), P. vosseleri (Strand, 1907), P. leetzi (Schmidt, 2002), P. crassispina (Purcell, 1902) sowie Harpactirella leleupi (Benoit, 1965) und verwarfen Harpactira elevata (Karsch, 1878) als nomen oblitum. Diagnostisches Merkmal sind dornartige Borsten (thorn-like setae) auf den Maxillen (maxillae). Das Artepitheton murinus bedeutet "mausgrau" - im Gegensatz zur bekannten OBT (Orange Baboon Tarantula / Orange Bitey Thing, "Pterror") repräsentiert DCF Kigoma den ursprünglichen dunklen Phänotyp. Bei Bedrohung striduliert die Spinne hörbar (Impulse von 95-415 ms bis 21 kHz). Adulte Männchen leben nach der Reifehäutung noch 6-18 Monate (erkennbar an Bulben und Schienbeinhaken am ersten Laufbeinpaar), während das Weibchen einen fest versponnenen Kokon (fixed eggsac, 60-200 Eier, Ø 120-170) in die Wohnröhre integriert und nach einer einzigen Paarung 2-3 Kokons (double/triple clutch) zeitigen kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist die Haltung von Pterinochilus murinus DCF Kigoma legal und wird ein CITES-Nachweis benötigt?
Ja, die Haltung ist zu 100% legal. Die Art unterliegt weder dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) noch einer Meldepflicht und wurde in Polen mit der Verordnung des Umweltministers vom 3. August 2011 (Gesetzblatt Dz.U. 2011, 173, Pos. 1037) vollständig von der Liste gefährlicher Tiere gestrichen (keine Genehmigung erforderlich).
Wie stark ist das Gift von Pterinochilus murinus und wie hantiert man sicher im Behälter?
Das Gift ist potent (ICK-Peptide / Murinotoxine) - ein Biss ist schmerzhaft und kann lokale Muskelkrämpfe auslösen, ist für einen gesunden, nicht allergischen Menschen jedoch nicht lebensbedrohlich. Das Arbeiten mit einer 25-30 cm langen Terrarienpinzette und der Verzicht auf das Herausnehmen mit der Hand bieten 100% Sicherheit.
Warum hat die Spinne den Höhleneingang zugesponnen und wann zeigt sie ihre Adultfärbung?
Das Zubauen des Trichtereingangs mit dichtem, weißem Gespinst kündigt eine bevorstehende Häutung an - zerstöre das Netz nicht und gib in dieser Phase keine lebenden Futtertiere hinein. Das kontrastreiche, tiefschwarz-graphitfarbene Farbkleid von DCF Kigoma mit dem goldenen Sternmuster entwickelt sich ab der 5-6. Fresshaut (L5-L6).
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