Colobopsis leonardi
Feedback zum Produkt hinterlassen
Produktvariante wählen:
Einzelne Varianten können preislich abweichen
Nach Produkt fragen
Verantwortlicher für die Datenverarbeitung ist PHU Krystian Solga. Wir verarbeiten Ihre Daten zur Beantwortung Ihrer Anfrage. Weitere Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Produktkarte teilen
Versandkosten für das ausgewählte Produkt
Für dieses Produkt fallen Versandkosten an (in der ausgewählten Variante – falls zutreffend). Dies kann sich ändern, falls Sie weitere Produkte in den Warenkorb hinzufügen.
Beschreibung
Colobopsis leonardi - Explodierende Ameise aus Asien mit einzigartiger Phragmose
Colobopsis leonardi ist eine der spektakulärsten baumbewohnenden Ameisenarten Südostasiens, die ein edles Erscheinungsbild mit außergewöhnlichen biologischen Anpassungen verbindet. Die bei den Soldaten ausgebildete Kaste der Torwächter nutzt ihre abgeflachten, stark verhärteten Köpfe wie lebende Türriegel, um den Nesteingang vor Eindringlingen lückenlos zu verschließen. Das tiefschwarze Chitingewand mit feinem Seidenglanz und die kompakte, unkomplizierte Koloniegröße machen diese Stöpselkopfameise zu einem Juwel jeder Haltung.
- Lebende Türen (Phragmose): Majorsoldaten besitzen abgeflachte Köpfe, die runde Nesteingänge perfekt vor ungebetenen Gästen verriegeln.
- Baumbewohnender Aristokrat: Eine dendrophile Art, die in der Natur Bambushalme sowie Totholz bewohnt und vertikale Nester mit engen Gängen bevorzugt.
- Moderates Wachstum: Eine reife Kolonie erreicht in der Haltung eine überschaubare Größe von 500-2 000 Tieren, wodurch Platzprobleme im Formicarium vermieden werden.
- Eindrucksvoller Dimorphismus: Klare Rollenverteilung zwischen schlanken Minor-Arbeiterinnen, kräftigen Majorsoldaten und einer stattlichen Königin mit bis zu 14 mm Körperlänge.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Colobopsis leonardi (Emery, 1889) |
| Herkunft | Regenwälder Südostasiens (Thailand, Malaysia, Borneo, Indonesien) |
| Größe der Königin | 11-14 mm |
| Größe der Soldaten (Major) | 6-9 mm (selten bis zu 12 mm) |
| Größe der Arbeiterinnen (Minor) | 4-8 mm |
| Färbung | Tiefschwarz mit seidigem, silbrigem Glanz auf der Kutikula |
| Kolonieform | Monogyn (eine Königin pro Kolonie) |
| Gründungsverhalten | Claustral (Königin gründet ohne externe Nahrungsaufnahme) |
| Maximale Koloniegröße | 500-2 000 Arbeiterinnen unter Haltungsbedingungen |
| Nesttemperatur | 24-28°C (optimal 25-26°C mit leichtem Temperaturgradienten) |
| Arenatemperatur | 22-28°C |
| Nestfeuchtigkeit | 60-80% (Luftfeuchte ohne Staunässe) |
| Arenafeuchtigkeit | 40-60% (trockene Ameisenarena bei normaler Raumluft) |
| Empfohlenes Nest | 3D-Druck Nest mit Holzinlay, Korknest |
| Hauptnahrung | Flüssige Kohlenhydrate dauerhaft sowie kleine Futterinsekten 2-3 Mal pro Woche |
| Winterruhe (Diapause) | Keine - tropische Art, ganzjährig aktiv |
| Schwierigkeitsgrad | Mittel bis fortgeschritten |
Auswahl der Variante und erste Schritte mit der neuen Kolonie
Zur Auswahl stehen einzelne Königinnen sowie junge Kolonien mit ersten Arbeiterinnen. Eine Kolonie mit ersten Minor-Arbeiterinnen ermöglicht einen besonders stabilen Start, da die Arbeiterinnen sofort die Brutpflege und die Versorgung der Königin übernehmen. Sobald die Kolonie auf 15 bis 30 Tiere anwächst, schlüpfen die ersten imposanten Majorsoldaten mit ihren charakteristischen Stöpselköpfen.
Nach Erhalt der Sendung sollte das Reagenzglas für 24 Stunden an einem abgedunkelten, ruhigen Ort bei Zimmertemperatur von 21-23°C ruhen. So können sich die Tiere vom Transport erholen und die Brut ordnen. Die erste Fütterung erfolgt erst nach dieser Ruhephase mit einem winzigen Tropfen flüssiger Nahrung auf Alufolie oder in einem praktischen Reagenzglas-Futternapf.
Die Ameisen sollten so lange wie möglich im Reagenzglas verbleiben, bis mindestens 15-20 Arbeiterinnen vorhanden sind. Ein verfrühter Umzug in ein großes Formicarium führt zu erheblichem Stress, stoppt die Eiablage der Königin und verleitet die Kolonie dazu, Futterreste in ungenutzten Kammern anzuhäufen.
Welches Nest und welche Bedingungen eignen sich für Colobopsis leonardi?
Für Colobopsis leonardi ist ein 3D-Druck Nest mit Holzinlay oder ein Korknest ideal geeignet. Erforderlich ist eine stabile Temperatur von 24-28°C mit einer sanften Wärmequelle sowie eine moderate Luftfeuchtigkeit, ohne die Nestkammern direkt zu fluten.
Als natürlicher Bewohner tropischer Baumkronen fühlt sich diese baumbewohnende Art in engen Spalten am wohlsten, die hohlen Zweigen nachempfunden sind. Eine hervorragende Wahl ist ein modulares 3D-Nest mit Holzinlay, das den Tieren optimalen Halt und eine gute Belüftung bietet. Die Gründungsphase sollte in einem klassischen Reagenzglas erfolgen, in das ein dünner Streifen Holz oder Kork eingelegt werden kann.
Die Ameisenarena sollte trocken eingerichtet und gut belüftet sein, ergänzt durch vertikale Äste zur natürlichen Erkundung. Der obere Rand der Arena muss zuverlässig gesichert werden, beispielsweise durch Talkum als Ausbruchsschutz oder PTFE. Diese Ameisen besitzen hochentwickelte Haftpolster an den Tarsen und klettern mühelos an senkrechten Glasscheiben empor.
Wie wird Colobopsis leonardi gefüttert und welche Nahrung ist optimal?
Die Grundlage der Ernährung von Colobopsis leonardi bilden dauerhaft verfügbare flüssige Kohlenhydrate sowie frische Futterinsekten, die 2-3 Mal wöchentlich angeboten werden. Die Brut benötigt regelmäßige Proteingaben, wobei größere Futtertiere vor dem Anbieten zerteilt werden sollten, damit die Ameisen leicht an die nahrhaften Körpersäfte gelangen.
Kohlenhydrate spenden den Tieren die nötige Energie für ihre tägliche Aktivität. Besonders geschätzt werden natürlicher Honig, Honigtau, Zuckerwasser und Nektarlösungen. Einige Arbeiterinnen speichern flüssige Nahrungsvorräte in ihrem dehnbaren Gaster und fungieren als Repletes / Speicherameisen, die Nestgenossinnen über Trophallaxis versorgen.
Proteine sind für das Wachstum der Larven und die Eiproduktion der Königin unverzichtbar. Als tierische Proteinquelle eignen sich flugunfähige Fruchtfliegen, Schabennymphen, kleine Grillen / Heimchen sowie halbierte Mehlwürmer hervorragend. Arbeiterinnen von Colobopsis leonardi jagen einzeln und ziehen erbeutete Futtertiere oft rückwärts mit dem Gaster voran in den Nesteingang, was den Transport durch enge Röhren erleichtert.
Häufige Fehler in der Haltung und wie man sie vermeidet
- Zu früher Umzug ins Nest: Das Einsetzen einer Kolonie mit weniger als 15 Arbeiterinnen in ein geräumiges Nest hemmt das Koloniewachstum spürbar. Belassen Sie die Tiere so lange wie möglich im Reagenzglas.
- Zu großer Nesteingang: Ein zu weiter Eingang erschwert es den Soldaten, die Öffnung mit ihrem Kopf abzuriegeln. Eine bewährte Methode ist das Verengen des Eingangs durch Ineinanderschieben zweier Schlauchstücke, zum Beispiel ein Schlauch 4x6 mm in einen Schlauch 6x8 mm gesteckt. Alternativ kann man den Ameisen kleine Dekoelemente wie feine Kiesel oder Rindenstückchen in der Ameisenarena anbieten, mit denen sie den Eingang selbst verkleinern.
- Zu nasses Nest: Das direkte Befeuchten von Holzkammern führt zum Aufquellen des Holzes und zu Schimmelbildung. Sinnvoll sind externe Wassertränken oder seitlich angebrachte Befeuchtungsmodule sowie eine ständige Wasserquelle in der Ameisenarena.
- Liegengebliebene Futterreste: Nicht gefressene Insektenteile in der warmen Ameisenarena können Milben anziehen. Futterreste sollten stets innerhalb von 24 Stunden entfernt werden.
- Überhitzung gründender Königinnen: Intensives Beheizen einer einzelnen Königin im Reagenzglas vor dem Schlupf der ersten Arbeiterinnen verursacht Überhitzung und Stress. Einzelne Königinnen entwickeln sich am besten bei stabiler Zimmertemperatur, zusätzliche Wärme sollte erst nach dem Auftreten von Arbeiterinnen behutsam zugeführt werden.
Hier klicken zum Aufklappen: Taxonomischer Rahmen und Verteidigungsmechanismus der COCY-Gruppe
Die Art wurde 1889 vom italienischen Entomologen Carlo Emery unter dem ursprünglichen Namen Camponotus leonardi beschrieben. Moderne phylogenetische DNA-Analysen führten zur Erhebung der Untergattung Colobopsis in den Status einer eigenständigen Gattung innerhalb der Tribus Camponotini. Das Taxon gehört zur monophyletischen Artengruppe Colobopsis cylindrica (COCY), die in der Fachliteratur als explodierende Ameisen weltweite Bekanntheit erlangte.
Bei den Minor-Arbeiterinnen haben sich gewaltige Mandibeldrüsen entwickelt, die sich durch den gesamten Körper bis in die hinteren Segmente des Gasters erstrecken. In freier Natur zieht die Arbeiterin bei akuter Bedrohung durch Feinde wie Weberameisen ihre Gastermuskeln krampfartig zusammen und bringt ihre Cuticula im Prozess der Autothysis zum Platzen. Das austretende klebrige gelbe Sekret mit würzigem Duft setzt Angreifer sofort außer Gefecht. In der Terrarienhaltung fühlen sich die Tiere sicher, verhalten sich friedlich und zeigen keinerlei autodestruktives Verhalten.
Hier klicken zum Aufklappen: Außergewöhnliche Beziehung zu Ophiocordyceps unilateralis in der Natur
In den Regenwäldern von Borneo und der Malaiischen Halbinsel dient Colobopsis leonardi als primärer natürlicher Wirt des bekannten entomopathogenen Pilzes Ophiocordyceps unilateralis. Dieses Phänomen diente weltweit als Vorlage für Geschichten über sogenannte Zombie-Ameisen.
Nach dem Eindringen der Pilzsporen übernimmt der Parasit die Steuerung des neuromuskulären Systems der Ameise. Eine befallene Arbeiterin verlässt das Kronendach und klettert in das feuchte Unterholz etwa 25 Zentimeter über dem Waldboden. Dort verbeißt sie sich mit ihren Mandibeln im sogenannten Todesbiss an einer Blattader, was dem Pilz optimale Bedingungen für das Auskeimen seines Fruchtkörpers bietet. In der Formicarienhaltung tritt dieser Prozess nicht auf, und alle legal bezogenen Kolonien sind vollkommen frei von Parasiten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Hier klicken zum Aufklappen: Können Arbeiterinnen bei der täglichen Pflege des Formicariums explodieren?
Nein. Die Autothysis ist eine extreme Abwehrreaktion, die ausschließlich in der Natur bei erbitterten Revierkämpfen auf Leben und Tod ausgelöst wird. In der Haltung verspüren die Ameisen keinen Feinddruck. Die Arbeiterinnen besitzen keinen Stachel, bleiben bei Routinearbeiten in der Ameisenarena ruhig und stellen keinerlei Gefahr für den Halter dar.
Hier klicken zum Aufklappen: Wann erscheinen die ersten Torschließer-Soldaten (Major) im Nest?
Die Kaste der Stöpselkopf-Soldaten entwickelt sich in der Regel, sobald die Kolonie eine Stärke von etwa 20 bis 50 Minor-Arbeiterinnen erreicht hat und reichlich mit Proteinen versorgt wird. Junge Völker investieren ihre Ressourcen zunächst in kleinere Arbeiterinnen, die sich rasch um Brut und Königin kümmern.
Hier klicken zum Aufklappen: Benötigt Colobopsis leonardi eine Winterruhe?
Nein. Diese Art stammt aus tropischen Regenwäldern nahe dem Äquator mit ganzjährig warmem Klima. Die Ameisen halten keine Diapause und benötigen ganzjährig tropische Temperaturen. Ein Abfall der Temperatur unter 20°C kann die Brutentwicklung stoppen und die Königin schwächen.
Hier klicken zum Aufklappen: Wie erkennen die Soldaten, wer das Nest betreten darf?
Die Erkennung basiert auf einem präzisen Zusammenspiel aus Berührung und chemischen Signalen. Eine heimkehrende Sammlerin betrillert mit ihren Fühlern die abgeflachte Kopfplatte des wachenden Soldaten und übermittelt dabei die spezifischen Kohlenwasserstoffe des Koloniedufts. Nach erfolgreicher Identifikation weicht der Soldat wenige Millimeter zurück, lässt die Nestgenossin passieren und verschließt den Eingang sofort wieder.
Suchen Sie eine außergewöhnliche Ameisenart mit faszinierenden Verhaltensweisen? Wählen Sie die gewünschte Koloniegröße von Colobopsis leonardi mit Arbeiterinnen, ergänzen Sie passendes Zubehör und erleben Sie die Beobachtung echter lebender Türen im eigenen Zuhause.
Versand und Lebendankunft-Garantie
Jedes Tier wird für den Transport fachgerecht verpackt und bei kühlen Temperaturen mit einem HeatPack ausgestattet. Wir garantieren eine lebende Ankunft. Pakete mit lebenden Tieren versenden wir von Montag bis Donnerstag, um eine pünktliche Zustellung vor dem Wochenende zu gewährleisten.
Bewertungen
Wenn Sie eine Bewertung hinzugefügt haben und diese nicht in der Liste angezeigt wird, wird sie möglicherweise noch bearbeitet.